Solidarität ist nicht teilbar

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Rückblick: Die Mannesmannstraße in Duisburg-Hüttenheim ist von Bussen gesäumt, auf einer Länge von mehreren hundert Metern. Vor dem Stahlwerk stehen 7500 Menschen. Es ist der 3. Mai, hier findet gerade eine Protestkundgebung gegen die Pläne des Konzernvorstands statt – die größte seit Jahrzehnten.

Anlass: Der Vorstand will 500 Millionen Euro einsparen – durch Arbeitsplatzabbau und Schließung von Anlagen. Betriebsrat und IG Metall befürchten den Verlust von 4000 Arbeitsplätzen. Soll thyssenkrupp Steel Europe (tkSE) aufgehübscht werden für die Fusion mit Tata Steel? Das befürchten viele Redner.

Auch der Betriebsrat hatte auf Info-Veranstaltungen in Duisburg, Bochum und Dortmund diese Befürchtung bereits geäußert. Am Tag der Arbeit informieren Stahlbeschäftigte im Ruhrgebiet vielerorts die Öffentlichkeit. Mitte Mai protestieren sie im thyssenkrupp-Quartier Essen; im Juni pflanzen sie dort ein Beet aus roten Nelken in Herzform, zeigen ihr „Herz für Stahl“. Im August finden Sprühaktionen statt, beispielsweise in Duisburg-Hamborn. Der Slogan „Stahl ist Zukunft“ prangt auf Mauern und dem Straßenasphalt, daneben das IG Metall-Logo. Am 20. September macht der Vorstand dann seine Fusionspläne publik, an mehreren Standorten finden Mahnwachen statt.

Am 22. September protestieren 7000 Menschen in Bochum gegen den Zusammenschluss der Stahlsparten von thyssenkrupp und Tata. Detlef Wetzel, der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von tkSE und ehemalige IG Metall-Chef, warnt vor Standortschließungen und Massenentlassungen. Er fordert „Garantien für alle Beschäftigten und Standorte“.

Die Proteste gehen weit über die Stahlsparte hinaus. In Emden kämpfen die Kolleginnen und Kollegen von Marine Systems für den Erhalt ihres Werkes. Es soll geschlossen werden, aus Komplexitätsgründen, wie das Unternehmen erklärte. „Ihr wollt uns zumachen“, sagt Betriebsratsvorsitzende Amke Wilts-Heuse. „Das ist eine Kompetenzreduzierung, die ihr vornehmt, und keine Komplexitätsreduzierung.“

 

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